Mi

19

Jan

2011

Schweizer Nachgeschmack oder Den Macarons verfallen

Ich bin letzte Woche in der Schwyz gewesen, bei der buckligen Verwandtschaft. Hach ja, die Schweiz mit ihren Bergen und Seen, mit ihrem niedlichen Dialekt, Verzeihung Sprache, die wir Deutschen ja so gern hören, mit ihrem Käsefondue, mit ihren französischen Wörtern die auf der ersten Silbe betont werden... Wer kommt da nicht ins Schwärmen?

 

Als Abschiedsgeschenk gab es eine Leckerei, "die es nur hier gibt" und die man möglichst schnell essen soll. Gehorsam wie ich bin, machte ich also die Packung gleich im Zug auf. Und es schauten mich kleine Dinger an, Doppeldecker mit Füllung, die sich beim ersten Anfassen fast in ihre Bestandteile auflösten, so zart waren sie. Kein Wunder, dass man sie sofort essen soll. Puff! macht es, wenn man die ein wenig zu herzhaft befingert.

 

Diese figelinschen Gebilde, der Leser hat es bereits erraten, waren Luxemburgerli - wie ich später verstand, eine Variation der französischen Macarons, die seit geraumer Zeit in deutschen Blogs kursieren.

 

Ich muss ehrlich gestehen, als Anke vor gut einem Jahr Macarons buk, hat mich das nicht sonderlich interessiert. Pah, irgendwelcher Süßkrams, dachte ich. ich hatte aufgrund der Bilder in ihrem Blog eine Vorstellung von... Kokosmakronen. Irgendwas unglaublich Süßes mit relativ derber Beschaffenheit. Uninteressant. Bin eh nicht so'n sweet tooth.

 

Bis Sonntag. Als mir die kleinen bunten Knutschies mit ihren unterschiedlichen Geschmäckern auf der Zunge zergingen und mir sofort das Wort "Macarons" in Erinnerung riefen, Ankes längst vergessenen Blogposts und die Euphorie aller die das lasen und sich entweder selbst dran versuchten oder sie sich von Anke kredenzen ließen (ich mag mich irren, ich bin mir nicht mehr sicher, ob Anke jemals zu Macarons geladen hat, aber ich habe eine vage Vorstellung davon, dass plötzlich alle Welt davon sprach).

 

Zuhause angekommen musste ich erst einmal nachschauen, was es mit den Luxemburgerli vs. Macarons auf sich hat, wieso es die ersten "nur hier" gibt und was der Unterschied ist. Und siehe da, es ist tatsächlich ungefähr das gleiche, nur dass die Füllung ein bisschen anders ist. Ich will niemandem zu nahe treten, das habe ich aus allem Gegoogelten herausgelesen.

 

Und seitdem lässt mich dieser eine Gedanke nicht mehr los: ob ich mich mal selbst an Macarons probiere...?

 

Aber es soll nicht so einfach sein: Anke selbst hat mindestens sechs Backbleche gebraucht, bis ihre einigermaßen wurden, alle anderen die darüber bloggen, erzählen ähnliche Geschichten. Von Frust ist die Rede, ob darüber dass die Schalen entweder innen hohl sind oder statt Füßchen Baskenmützen haben, oder darüber dass sie sich nicht vom Backblech lösen lassen, von peinlich genau einzuhaltenden Mengenangaben (deswegen koche ich übrigens lieber, weil ich dann "nach Laune" messen kann und mich nicht milimetergenau an irgendwas halten muss, was beim Backen ja der Fall ist), von komplett misslungener Schalenfarbe weil die Lebensmittelfarbe entweder die Teigkonsistenz verdünnt oder aber ganz einfach am Ende "wie Zahnpasta" aussieht.

 

Ich bin weit entfernt davon, mich "Koch" zu nennen, oder dass ich gar kochen könnte. Wie eine Bekannte mal sagte: ich kann zubereiten. Also Dinge nach Rezept zusammenschmeißen. Obwohl nein, das stimmt nicht ganz: ich habe mittlerweile durchaus ein Gefühl dafür bekommen, wie man relativ schnell und unkompliziert Zutaten aus Kühlschrank und Speisekammer zu einem ordentlichen und leckeren Mahl kombiniert. Zitat Mann (der immer irgendwelche Labels braucht): "Ich sag nie wieder, dass du nichts zusammenhauen kannst." Na also.

 

Aber Backen ist immer noch etwas völlig anderes. Backen bedeutet Akribie, Backen bedeutet Disziplin und Genauigkeit. Das zumindest war mein Eindruck bisher. Deswegen gibt es auch sehr wenig, das ich in meinem Leben gebacken habe. Als Kind habe ich immer wieder Pales de Dames gebacken, weil ich sie sosehr geliebt habe und sie sehr einfach sind, und selten auch Baisers, aber solche, die innen noch weich sind, und nicht diese knochentrockenen die es hier gibt. Auch die relativ leicht zu machen, wenn man die Zeitangaben nicht überschreitet. Manchmal gibt es einen Kuchen, aber aus Faulheit (oder nennen wir sie mal "Convenience") aus der Tüte. Wie neulich die Brownies, die aber leider auch nach dem Tränken mit diversen Alkoholika nach nichts geschmeckt haben.

 

Also nix mit Backen. Backen ist der Teufel. Backen ist was für Muttis und nichts für Spontane und Aus-dem-Ärmel-Schüttler wie mich. Und trotzdem: seit ich davon weiß, umschleicht mich der Backteufel und raunt mir verführerisch ins Ohr: "Back Macarons... Du willst es doch auch..."

 

Ich habe also schonmal, sicherheitshalber sozusagen, einige Links zu Macarons-Rezepten und -Erfahrungen gesucht und sammle sie hier. Damit ich, wenn ich endlich soweit bin, nicht lange suchen muss.

 

http://www.essen-und-trinken.de/rezept/140091/macarons.html

http://gotorio.squarespace.com/start/2010/5/26/shortcut-schneller-zu-den-besten-macarons-der-welt-bei-ladur.html

http://www.franzoesischkochen.de/?p=923

http://kochsamkeit.blogspot.com/2010/11/macarons-rose-de-resht.html

http://blogs.waskochen.ch/letizias-gaumenfreuden/2009/10/11/macarons-wie-vom-profi-mit-rezept-und-geschenkschachtel/

http://www.tarteletteblog.com/2009/03/recipe-violet-macarons-with-violet-and.html

http://kuechengeister.blogspot.com/2010/01/endlich-einmal-ausprobiert.html

http://kochsamkeit.blogspot.com/2010/12/orangen-macarons.html

http://www.puregourmandise.com/gourmandises.htm

http://www.mercotte.fr/recettes/macarons/

Hier sind bestimmt noch mehr Rezepte, aber vor allem sehen die Bilder fantastisch aus... Und in Berlin (re:publica, ich komme!) kann man die hier kaufen: http://www.galerieslafayette.de/gourmet/macarons-frederic-cassel/

 

Hach... Mir läuft das Wasser im Munde zusammen...

 

Ich glaub, ich gehe am Freitag mal zum Isemarkt, da soll es auch welche geben.

 

Nachtrag: Ich habe ein paar Quellen entdeckt, wo man (auch als Deutscher und nicht zuletzt Hamburger) Macarons online bestellen kann:

http://www.maelu.de/macarons/macarons.php

http://www.patisserie-elysee.de/elyseeshop/product_info.php?info=p24_Franzoesische-Macarons-VE-25-Stueck.html

http://www.hagengrote.de/shopsys/Gefuellte-franzoesische-Macaron-Mandelbaisers-Suesse-Spezialitaeten-Lebensmittel-a16610.htm

 

Mal sehen, was der Isemarkt übermorgen hergibt. Vielleicht habe ich dann noch nicht genug und ich bestelle mir welche. Ich werde berichten.

 

Und selbstverständlich gibt es jede Mende Videos auf YouTube, in denen mehr oder weniger ausführlich gezeigt wird, wie man diese Leckerbissen herstellt:

http://www.youtube.com/results?search_query=macarons

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Katherine (Sonntag, 06 Februar 2011 20:07)

    Göttlich diese Macarons, ich liebe sie auch sehr und beziehe sie im Moment vom NaschBär Esens unter www.naschbaer.com
    Die machen süchtig, so lecker sind sie

  • #2

    littlejamie (Montag, 07 Februar 2011 17:20)

    Komisch, unter www.naschbaer.com gibt es keine Macarons. Bist du sicher, dass du sie dort beziehst? Oder haben sie sie nur saisonal?

  • #3

    Schleckermäulchen (Mittwoch, 16 Februar 2011 09:59)

    Joah, die köstlichen Macarons habe ich dort auch vorbestellt, bevor wir auf die Insel Langeoog übergesetzt sind. Gibt es nicht jeden Tag, da sie ja auch frisch sein sollen, aber man darf nicht in das Lädchen gehen. Du wirst erschlagen vor lauter Köstlichkeiten, es ist einfach wie im Paradies, wir haben uns nun satt gekauft und auf dem Heimweg von der Insel werden wir nochmal zuschlagen. Prima Mitbringsel und es gibt nichts, was die nicht haben geht auch online unter www.naschbaer.com

  • #4

    Retnil (Mittwoch, 12 Dezember 2012 22:20)

    Die mit Abstand besten Macarons in Hamburg produziert ein Kleinunternehmen und es gibt sie seit einiger Zeit bei Papenberg's Feine Kost (Mundsburger Damm), im Café Paris (Rathausstraße), bei Europearls im Poelchaukamp, im Schokokontor Bergedorf, im Black Delight (Eppendorfer Weg), bei Feinkost Behrmann am Siemersplatz und bei "Harry's im Kaufrausch in der Isestraße (Ecke Eppendorfer Baum)

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