Imam Bayildi

Den Imam hat's umgehauen, oder in besserem Deutsch Der Imam fiel in Ohnmacht. So heißt ein vegetarisches Gericht aus der türkischen/arabischen Küche, das seit Äonen im Kochbuch meiner Mutter sein Dasein fristet, ohne jemals gekocht worden zu sein. Keine Frage, dass mich allein aufgrund des Titels das Rezept seit ebensovielen Äonen anlacht und ich es irgendwann mal selbst ausprobieren musste. Wurde es doch immer von diversen Lobgesängen begleitet, und hey, was einen islamischen Vorbeter aus den Socken haut, MUSS gut sein!

 

So wagte ich mich heute daran, um festzustellen, dass es wirklich lecker ist (wenn es mich auch nicht umhaut, aber das könnte daran liegen, dass sehr viele Variationen dieses Rezeptes existieren, und ich eben nur eine zur Hand hatte) und dass es überhaupt nicht kompliziert ist.

 

Ich habe wie immer das Rezept einem meiner vielen Kochbücher entliehen ("Die ägyptische Küche") und es ein wenig verwandelt, denn natürlich habe ich nie genau die Zutaten in genau vorgeschriebener Menge im Haus, durchaus aber andere, die ebenso würdig sind, verwurstet zu werden. Also bitte, hier ist meine (heutige) Version:

 

Ich nahm:

1 Aubergine (Originalrezept sagt 1 kg)

ca 10 Cocktailtomaten, rote und gelbe (es sollten 7 reife sein, hatte ich aber nicht)

1 Zucchini

1 gelbe Paprika

2 rote Spitzpaprika (Corno)

4 Zwiebeln (ich hatte 4 rote und 1 Gemüsezwiebel)

ca 5 Knoblauchzehen (die wollen 1 ganze Knolle)

Salz, Zucker, Olivenöl

 

Alles Gemüse waschen und putzen und kleinschneiden. Im Originalrezept werden die Auberginen geschält und in Stifte geschnitten, ich habe die Schale drangelassen und die Dinger in Viertelscheiben geschnitten. Das Gemüse, den zerdrückten Knoblauch und 2 TL Salz in einer leicht geölten Pfanne sautieren. Bei mir war's der Wok, der ist schön groß, was auch nötig war.

 

3 Tassen Wasser und je 1 TL Salz und Zucker zugeben und bei großer Hitze kochen lassen, bis das Wasser verdunstet ist. Hitze dann runterschalten und bedeckt eine halbe Stunde köcheln lassen.

 

Im Originalrezept lassen sie das noch auskühlen und servieren es bei Zimmertemperatur zu irgendwelchen Pfannkuchen, die einige Seiten zuvor beschrieben werden. Das habe ich nicht gemacht, auch die halbe Stunde hab ich's nicht mehr köcheln lassen, denn bei uns gab es das als Beilage zum Rindersteak, das in der Zwischenzeit in der anderen Pfanne brutzelte. Der Mann hat noch den Rest Nudeln von gestern bekommen, einfach in den Wok mit rein, dann bekommen die ein wenig vom Gemüsearoma mit.

 

Insgesamt ist es eine leicht süße vegetarische Beilage, die echt lecker ist und wunderbar zum Fleisch passt. Ich kann mir das aber auch alleine vorstellen, mit Hummus oder sonstigen Beilagen als Snack, Verzeihung Mezze. Beim nächsten Mal probieren ich eine der Varianten, die ich sonst so im Netz gefunden habe, und derer es anscheinend sehr viele gibt.

 

Und jetzt möchte ich weiter davon naschen, auch wenn ich längst satt bin. Es ist noch was da... ;-)

Imam Bayildi - während des Kochens
Imam Bayildi - während des Kochens

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